Die Waterpik Ultra Professional WP-660EU ist eine stationäre Munddusche mit 650-ml-Tank, zehn Druckstufen und sieben Aufsätzen. Sie ist das einzige Gerät in unserem Vergleich, für das der Hersteller einen echten Druckwert nennt, nämlich 0,7 bis 6,9 bar. Oral-B veröffentlicht dazu gar nichts. Wer Zahlen vergleichen will statt Werbeworte, hat hier zum ersten Mal etwas in der Hand.
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89,70 €bei Amazon
Zum AngebotDiesen Abschnitt stellen wir bewusst nach vorn, weil er beim Kauf mehr Geld spart als jede Ausstattungsdiskussion. Sucht man auf Amazon nach „Waterpik Ultra Professional", stehen ein halbes Dutzend Geräte nebeneinander, jedes mit eigener Artikelnummer und Preisen zwischen etwa 60 und 240 Euro. Der naheliegende Schluss wäre, dass es sich um verschiedene Ausstattungsstufen handelt. Das stimmt so nicht.
Kurz gefasst: In den allermeisten Fällen kaufst du denselben Gerätekern in einer anderen Farbe, mit anderem Stecker oder über einen anderen Vertriebsweg. Vergleiche also nicht die Namen, sondern die Modellnummer und den Preis.
Die Station trägt den 650-ml-Tank, das Handstück hängt am Schlauch. Den Druck stellst du an einem großen Drehregler ein, und zwar in zehn Stufen. Der Regelbereich reicht laut technischer Dokumentation von 0,7 bis 6,9 bar, was den Herstellerangaben von 10 bis 100 PSI entspricht.
Dazu kommen zwei Betriebsarten: ein Reinigungsmodus für Zahnbelag und eine Hydro-Puls-Massage fürs Zahnfleisch, umschaltbar per Knopfdruck. Der eingebaute Timer läuft eine Minute und legt alle 30 Sekunden eine kurze Pause ein, damit du den Kiefer wechselst. Das klingt nach Spielerei, sorgt in der Praxis aber dafür, dass beide Seiten gleich viel abbekommen.
Der Tank ist abnehmbar und spülmaschinenfest, Mundspülung darf hinein. Bei hartem Wasser hilft gelegentliches Entkalken mit Essiglösung.
Sieben Aufsätze sind in dieser Preisklasse ungewöhnlich viel, und anders als bei manchem Beipack haben sie hier verschiedene Aufgaben.
Ein Zungenreiniger liegt nicht bei und muss zugekauft werden. Und ein Hinweis zur US-Fassung: Dort besteht das Set aus vier Standarddüsen ohne Zahnbürstenaufsatz. Wer eine importierte Packung erwischt, findet also einen anderen Inhalt vor.
| Bauart | Station mit Schlauch, Netzbetrieb |
| Tankvolumen | 651 ml (Herstellerangabe, meist als 650 ml geführt) |
| Druckstufen | 10 |
| Druckbereich | 0,7 bis 6,9 bar (10 bis 100 PSI) |
| Aufsätze | 7 (3 Standard, Orthodontic, Pik Pocket, Plaque Seeker, Zahnbürste) |
| Pulsfrequenz | 1.400 Pulsationen pro Minute |
| Timer | 1 Minute, Intervall alle 30 Sekunden |
| Lautstärke | bis zu 72 dB |
| Spannung | 100 bis 240 V, 50/60 Hz (EU-Fassung) |
| Maße und Gewicht | 26,3 x 11,9 x 9,7 cm, 662 g |
| Modellnummer | WP-660EU |
Zwei Anmerkungen dazu. Die Pulsfrequenz von 1.400 pro Minute nennt Waterpik für den baugleichen US-Gerätekern, für die EU-Fassung haben wir keine eigene Angabe gefunden. Und bei der Garantie widerspricht sich der Hersteller selbst: Das deutsche Handbuch und die deutsche Kundendienstseite nennen übereinstimmend zwei Jahre, während für das US-Modell drei Jahre angegeben sind. Wir nennen deshalb keine Zahl in der Tabelle, sondern raten, im Zweifel beim Händler nachzufragen.
Wir haben nach wiederkehrenden Punkten gesucht, nicht nach Einzelmeinungen. Bei diesem Gerät ist die Lage anders als bei den Oral-B-Modellen: Es gibt keinen einzelnen dominierenden Konstruktionsfehler, dafür drei Punkte, die regelmäßig auftauchen.
Der häufigste Kritikpunkt, und er ist mit einer Herstellerzahl belegt: bis zu 72 Dezibel, abhängig von der Druckstufe. Zum Vergleich nennt Oral-B für seine Geräte 68 dB. Vier Dezibel klingen nach wenig, entsprechen aber etwa einer Verdopplung der Schallleistung. Wer früh aufsteht und niemanden wecken will, sollte das einplanen.
Bemerkenswert daran ist weniger der Defekt als der Umgang damit: Waterpik unterhält eine eigene Support-Anleitung zum Austausch des Reservoir-Ventils. Ein Hersteller schreibt keine Wechselanleitung für ein Teil, das nie kaputtgeht. Positiv gewendet heißt das aber auch, dass der Fall vorgesehen und mit einem Ersatzteil erledigt ist.
Dieser Punkt taucht in Bewertungszusammenfassungen wiederholt auf, ließ sich von uns aber nicht bis zu einer belastbaren Primärquelle zurückverfolgen. Wir führen ihn deshalb als Hinweis, nicht als gesicherten Befund. Falls dein Gerät betroffen ist: Genau dafür ist die Garantie da, und die Frage nach ihrer Länge lohnt sich hier doppelt.
Am Handstück sitzen der Wasserschalter und die Auswurftaste für die Düse dicht beieinander. Wer die falsche erwischt, hat die Düse in der Hand statt im Mund, im ungünstigen Fall bei laufendem Wasser. Das ist keine Katastrophe, aber ein Ärgernis, das man nach dem zweiten Mal kennt.
Ältere Fassungen dieses Testberichts trugen einen Warnhinweis wegen gehäufter Frühausfälle. Nach unserer aktuellen Recherche lässt sich das in dieser Schärfe nicht halten: Die berichteten Schwachstellen betreffen vor allem Netzteil und Tankventil, und beide sind über Ersatzteile behebbar. Wir haben den Hinweis deshalb ersetzt statt ihn fortzuschreiben.
Der Amazon-Titel dieses Geräts trägt gleich zwei Auszeichnungen: „Testsieger 2026" und ein „TÜV-Siegel". Dazu kommt in der Produktbeschreibung das ADA-Siegel. Wir haben alle drei nachverfolgt, und das Ergebnis fällt unterschiedlich aus. Wer beim nächsten Mal ein beliebiges „Testsieger"-Logo einordnen will, findet hier die Vorlage.
Die Spur führt zu einer Vergleichsseite, die die Waterpik mit der Note 1,1 auf Platz eins führt. Diese Seite legt ihre Methodik offen, und sie ist entwaffnend deutlich: Die Rankings entstehen nach eigener Angabe durch künstliche Intelligenz aus der algorithmischen Analyse von Hunderttausenden Kundenbewertungen, Markendaten, dem Serviceniveau der Händler und Beliebtheitstrends. Ein eigener Labortest findet nicht statt, und die Seite behauptet das auch gar nicht.
Das ist kein Betrug, die Methodik steht ja da. Es heißt nur: Diese „Testnote" ist eine automatisierte Auswertung von Kundenmeinungen, kein Prüfstand. Dasselbe Muster kennen wir bereits von testberichte.de und testsieger.de, wo Noten aus zehntausenden Amazon-Bewertungen berechnet werden.
Hier müssen wir passen, und das sagen wir lieber, als etwas zu behaupten. Wir haben keine Zertifikatsnummer, keinen benannten Prüfkörper (Rheinland, Süd oder Nord) und keine Prüfnorm gefunden, auf die sich dieses Siegel stützt. Alle Fundstellen sind Werbetexte ohne nachvollziehbaren Beleg. Das ist keine Widerlegung, es heißt nur: Wir konnten es nicht überprüfen, und du solltest es entsprechend gewichten.
Und nun der Gegenpol. Die American Dental Association hat Waterpik am 3. April 2017 ihr Seal of Acceptance verliehen, ausdrücklich auch für die „Aquarius Professional (WP-660)", also genau diesen Gerätekern. Waterpik war damit der erste elektrische Interdentalreiniger überhaupt, der dieses Siegel bekam.
Das Siegel bestätigt, dass die Werbeaussagen zur Wirksamkeit wissenschaftlich geprüft wurden, konkret die Reduzierung von Plaque am Zahnfleischrand und zwischen den Zähnen sowie die Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Es ist eine amerikanische Auszeichnung, keine deutsche oder europäische, und es ist eine Wirksamkeitsprüfung, keine Prüfung der Verarbeitung oder elektrischen Sicherheit. Aber es ist von den drei Siegeln das einzige, hinter dem eine nachvollziehbare fachliche Prüfung steht.
Und was die Stiftung Warentest angeht, nach der bei diesem Thema sehr viele Menschen suchen: Sie hat Mundduschen nie getestet und auf Nachfrage erklärt, dass sie es auch künftig nicht vorhat. Mehr dazu steht in unserem Test der Oral-B OxyJet.
Das ist die Grundsatzfrage bei stationären Mundduschen, und ausnahmsweise lässt sie sich teilweise mit Zahlen beantworten.
| Waterpik WP-660EU | Oral-B OxyJet | Oral-B AquaCare 6 | |
|---|---|---|---|
| Bauart | Station | Station | kabellos |
| Tank | 650 ml | 600 ml | 150 ml |
| Druckstufen | 10 | 5 | 3 |
| Druck in bar | 0,7 bis 6,9 | nicht angegeben | nicht angegeben |
| Aufsätze | 7 | 4 | 3 |
| Lautstärke | bis 72 dB | 68 dB | keine Angabe |
| Technik | reiner Wasserdruck | Mikro-Luftblasen | Mikro-Luftblasen |
Gegenüber der Oral-B OxyJet kaufst du doppelt so viele Druckstufen, drei Aufsätze mehr und vor allem einen Druckwert, den du nachlesen kannst. Genau das ist der Punkt: Oral-B nennt für seine Geräte überhaupt keinen Druck, weder in bar noch in PSI. Ein Vergleich der Strahlstärke zwischen beiden Marken ist deshalb über Herstellerangaben unmöglich, und jede Seite, die ihn trotzdem in Zahlen anstellt, denkt sich etwas aus. Dafür ist die OxyJet leiser und günstiger, und sie arbeitet mit Mikro-Luftblasen, was den Strahl sanfter macht.
Gegenüber den kabellosen AquaCare-Modellen ist der Unterschied noch deutlicher: Deren 150-ml-Tank reicht für rund eine halbe Minute, hier sind es 650 ml am Stück. Wer kabellos will, nimmt bewusst weniger Gerät für mehr Bewegungsfreiheit. Alle aktuellen Preise stehen im Mundduschen-Vergleich.
Passt für dich, wenn du kräftigen und fein regelbaren Druck willst, wenn mehrere Personen das Gerät nutzen (drei markierte Standarddüsen liegen bei), wenn du feste Zahnspangen, Implantate oder Brücken hast und dafür die passenden Spezialdüsen brauchst, oder wenn du ein Gerät suchst, dessen Wirksamkeit fachlich geprüft ist statt nur beworben.
Passt eher nicht, wenn es im Bad leise zugehen muss, wenn kein fester Platz mit Steckdose frei ist, wenn das Gerät mitreisen soll, oder wenn du eine möglichst günstige Station suchst. In dem Fall bietet die OxyJet für weniger Geld einen fast so großen Tank.
Und wie bei jeder Munddusche gilt: Sie ersetzt Zahnseide und Interdentalbürsten nicht, sie ergänzt sie. Bei bestehenden Zahnfleischtaschen sprich vorher mit deinem Zahnarzt, besonders bevor du die Pik-Pocket-Düse einsetzt.
Keine. Die Stiftung Warentest hat Mundduschen bislang nicht getestet und erklärt, dass sie es auch künftig nicht vorhat. Jede Seite, die einen „Stiftung-Warentest-Sieger" bei Mundduschen nennt, hat sich das ausgedacht oder eine andere Quelle falsch beschriftet.
Sie steht bei mehreren Vergleichsportalen auf Platz eins. Diese Ranglisten entstehen allerdings aus Kundenbewertungen, teils per Algorithmus, nicht aus Labortests. Was dagegen belegt ist: Das Gerät trägt seit 2017 das ADA-Siegel der amerikanischen Zahnärztevereinigung.
Prüfe zuerst das Ventil im Wassertank, das ist die häufigste Ursache. Waterpik hält dafür eine eigene Anleitung und Ersatzventile bereit. Für Griff und Schlauch gibt es ein Reparaturset. Ein undichtes Gerät ist also selten ein Totalschaden.
Weil Restwasser im Tank und im Schlauch steht. Leere den Tank nach dem Gebrauch, lass ihn offen trocknen und entkalke das Gerät regelmäßig mit Essiglösung. Der Tank darf in die Spülmaschine.
Ja, eine verdünnte Essiglösung durch das Gerät laufen zu lassen ist der übliche Weg. Danach mit klarem Wasser nachspülen. Bei hartem Wasser lohnt sich das etwa monatlich, sonst lässt der Druck spürbar nach.
0,7 bis 6,9 bar, entsprechend 10 bis 100 PSI. Die häufig zu lesende Angabe „bis 7 bar" ist der gerundete Marketingwert. Damit ist die Waterpik das einzige Gerät im Vergleich, für das überhaupt ein Druckwert vorliegt.
Als Ergänzung ja, als Ersatz für Zahnseide und Interdentalbürsten nein. Die zahnmedizinische Einschätzung ist hier eindeutiger, als es die Werbung vermuten lässt. Ausführlich haben wir das im Test der Oral-B OxyJet aufgeschrieben, mitsamt der Position der Stiftung Warentest.

Die am besten ausgestattete Munddusche im Vergleich und die einzige, für die der Hersteller einen echten Druckwert nennt. 650 ml Tank, zehn Stufen von 0,7 bis 6,9 bar, sieben Aufsätze mit klaren Aufgaben, dazu ein belegtes zahnmedizinisches Prüfsiegel. Bezahlt wird das mit einem höheren Preis und spürbar mehr Lärm als bei Oral-B. Wer Druck und Regelbarkeit sucht, kauft hier richtig. Wer es leise und günstig will, nimmt die OxyJet.
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89,70 €bei Amazon
Zum AngebotIm Lieferumfang ist nichts dazu vorgesehen. Eine passende Wandhalterung ist aber gesondert zusätzlich erhältlich.
Die Geräte sind identisch. Es handelt sich lediglich um eine andere Vermarktung.